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25.06.2019

70 Jahre Luftbrücke: "Rosinenbomber" in der Clay-Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim
Exclusiv-Bericht mit zwei Original Dokumenten von General, Retired U.S.Army Lucius D.Clay

Auf dem US-Militärflugplatz Wiesbaden-Erbenheim-Airfield ist am Pfingstmontag an die
Berliner Luftbrücke vor 70 Jahren erinnert worden.

Historische "Rosinenbomber" warfen Süßigkeiten an Fallschirmen ab.

Die rund 20 "Rosinenbombern" waren am Pfingstmontag auf dem US-Militärflugplatz
Wiesbaden-Erbenheim die Sensation. Kommentar von Besuchern: "So etwas sieht man nicht alle Tage", über die historischen Flugzeuge vom Typ Douglas DC-3.

Star des Tages war ein 98-Jähriger:

Um 12:09 Uhr setzte die "Placid Lassie" auf dem Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim auf.
Die Maschine hat im Zweiten Weltkrieg während der Invasion der Alliierten in Europa
Fallschirmjäger über der Normandie abgesetzt. Noch vor wenigen Tagen war sie bei den
D-Day-Feierlichkeiten in Frankreich.
Am Pfingstmontag hatte sie den wichtigsten Gast zum 70. Jubiläum der Berliner Luftbrücke an Bord: Col. (Ret.) US-Pilot Gail S. Halvorsen - Nick Name - "Uncle Wiggly Wings" (Onkel Wackelflügel), weil er mit den Tragflächen seine Maschine klapperte, um die Kinder am Boden auf seine "Candy Bomber" - Abwürfe aufmerksam zu
machen.

Für zahlreiche Besucher war der frühere US-Pilot Gail Halvorsen der Star der Veranstaltung.
Auf einem Army-Jeep fuhr der 98-jährige von seiner "Placid Lassie" durch die Menge. Er habe bei seiner ersten Landung als Luftbrücken-Pilot Berliner Kinder
am Zaun stehen sehen, erzählte Halvorsen in der Pressekonferenz. Die Begegnung
habe sein Leben verändert.
Und so ähnlich wie die ausgehungerten Kinder vor 70 Jahren in Berlin reagierten
an diesem Tag auch die Kinder in Wiesbaden-Erbenheim. Als bei einem "candy drop"
während einer Flugshow Süßigkeiten aus einem "Rosinenbomber" über einer Wiese abgeworfen werden, stürmten Tausende Kinder los auf der Jagd nach Süßem.

Zu diesem wohl einmaligen Event am Montag kamen über 32000 Besucher. Das Fest auf
dem Airfield in Wiesbaden-Erbenheim war der Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen in Berlin, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, zu denen die "Rosinenbomber" Mitte der Woche von Wiesbaden weiterfliegen.

Die Alliierten hatten sich zur Luftbrücke entschlossen, nachdem die Sowjets die
Autobahnen in die Westsektoren Berlins am 24.Juni 1948 sperrten. Sämtliche Straßen, Eisenbahnlinien und Wasserwege nach West-Berlin wurden gekappt.

Fast ein Jahr lang versorgten die Piloten der Westalliierten Großbritannien, USA
und Frankreich die mehr als zwei Millionen Einwohner des blockierten Westteils der Stadt.
Mit fast 280.000 Flügen wurden mehr als zwei Millionen Tonnen Güter nach West-Berlin gebracht.

"Das war die größte humanitäre Hilfsaktion, ein Zeichen von Völkerverständigung",
sage Thomas Keller, der Vorsitzende des "Fördervereins Luftbrücke Berlin70", der
die Gedenkveranstaltung organisierte.
Wiesbaden sei die Wiege der Luftbrücke. Dort befahl laut dem Wiesbadener Stadtlexikon der damalige amerikanische Militärgouverneur Lucius Clay (siehe
Exclusiv-Bild-Dokument auf der 30er-Bildergalerie), den Beginn der Versorgung
Berlins. Von dem Flugplatz starteten am 26. Juni 1948 die ersten 32 Flüge in Richtung Berlin.

Hinweis: Auch der berichtende Journalist/Fotograf ist Zeitzeuge und aus dieser
Zeit stammen auch die beiden Dokumente von General, Lucius D. Clay


Alle Fotos: h.e.schiewer Oestrich-winkel hesnews

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