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12:08 Uhr
24.02.2020

Das "Gutsherrenkarussell" 2.Teil. "Diesmal der 920 Millionen EURO-Deal." Funke ./.Springer
Präsident des
Bundeskartellamtes
Herrn Andreas Mundt
persönlich
Kaiser-Friedrich-Str. 16

D-53113 Bonn
durch Einschreiben Castrop-Rauxel, 3. Februar 2014




Einwände zum laufenden Hauptprüfverfahren:
Regionale Abonnement-Tageszeitungen; Programm- und Frauenzeitschriften
Funke Medien Gruppe GmbH & Co. KGaA, Essen ./. Axel Springer Verlag , Berlin


Sehr geehrter Herr Präsident Mundt,
die Beantwortung auf mein Schreiben vom 13.12. 2013 an Sie und die Beantwortung durch die Berichterstatterin der 6. Beschlussabteilung, Frau Dr. Locher, kann mich absolut nicht zufriedenstellen. Ich habe den Eindruck gewonnen, man will mich nur ruhigstellen.
Dies kann und will ich nicht einfach so hinnehmen, denn die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellten Daten und Zahlen sind absolut unwirklich.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Bundeskartellamt wiedereinmal „durchwinken“ will. In meinen Augen ist dies ein totales Ablenkungsmanöver und Augenwischerei. Man versucht der Öffentlichkeit ein Tauschgeschäft von Programmzeitschriften zu vermitteln, es ist aber in Wirklichkeit der Versuch, arglistig zu täuschen.
Die Definition Tauschgeschäft – ein Geschäft, das darin besteht, dass etwas gegen etwas anderes getauscht wird und zwar 1 zu 1 – ist in der deutschen Rechtsprechung- und Schreibung klar geregelt.
Hier allerdings soll der Laie offensichtlich von anderen Problemen abgelenkt werden, die ich nachstehend aufzeigen möchte:

Axel Springer Verlag gibt ab:
Funk Uhr
Bruttoauflage 475.605 Ex.
Bildwoche
Bruttoauflage 114.622
TV Neu
Bruttoauflage 70.781

Funke Mediengruppe gibt ab:
Die Zwei
Bruttoauflage 97.697

Zahlen lt. IVW, Quartal 4/2013

Insgesamt etwa 760.000 Exemplare in der Woche geben der Axel Springer Verlag/Funke Mediengruppe ab.
Dafür darf der Axel Springer Verlag an die Funke Mediengruppe die „HÖRZU“ mit einer Wochenauflage von zuletzt 1.182.937 Exemplaren und TV Digital mit einer 14-tgl. Auflage von 1.869.069 Exemplaren direkt verkaufen.
Das heißt, etwa 760.000 Exemplare wöchentlich werden an einen anderen Verlag „verkauft“. In diesem Falle wohl an die Mediengruppe Klambt in Speyer. Auf eine rein rechnerisch wöchentliche Auflage darf Springer an Funke etwa 2.1 Millionen Exemplare Auflage verkaufen.
Ein wahrhaft königlicher Tausch!
Tausche 2,112 Millionen gegen 0,760 Millionen ein. Das ist mehr als ein Ablenkungsmanöver, das ist ein billiger, durchschaubarer Deal. Und wenn die Öffentlichkeit dann noch erfährt, wer der Aufkäufer oder Ankäufer ist, wird alles nur noch undurchsichtiger.
Eine Mediengruppe aus Speyer, deren Umsatz im Jahr 2011 gerade mal bei 87 Millionen EUR lag, soll ein solches Geschäft stemmen.
Und wenn alles gut läuft, für Springer und Funke, wird der Deal vom Bundeskartellamt auch noch genehmigt.

Da kann das Bundeskartellamt nun wirklich nicht von: „Der Eintritt eines vierten Players in den Markt würde für mehr Wettbewerb sorgen.“

Ein vierter Player mit insgesamt etwa 760.000 Exemplaren zzgl. ca.580.000 Eigenauflage, gegen die Millionenauflagen der anderen drei.
Das ist echte Augenwischerei, anzunehmen ist vielmehr, dass diese vier Programm-Zeitschriften innerhalb weniger Monate, als schwächste in Auflage und Rendite vom Markt ganz verschwinden. Dann ist der Funke/Springer Deal wirklich aufgegangen. Das ist von den beiden vermutlich auch so gewollt worden.

Wer von den beiden großen Verlagen zahlt nun wie viel? Tritt der doch so potente Axel Springer Verlag in geldliche Vorleistung? Es geht ja bei dem Gesamtdeal „nur“ um 920 Millionen EUR.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf mein Schreiben vom 13.12.2013. Auch der zweite Teil sollte nicht mit dem Satz abgetan werden: „Ein möglicher Verstoß gegen andere Gesetze liegt nicht in unserer Zuständigkeit.“
Dieser Teil meines Schreibens birgt genügend Sprengstoff, denn ich habe dort explizit aufgezeigt, wie systematisch gelogen und betrogen wird. Wie die großen Zeitschriften-Konzerne durch die selbst gegründete und beherrschte „IVW“ Umsätze, AGBs etc. als Gesetz nach außen hin, sprich der Werbewirtschaft, vermittelt.
Auch hier geht es schon seit vielen Jahren um absolut nicht gerechtfertigte Schein-Umsätze, gleichzusetzen mit manipulierten Geldflüssen.
Dadurch werden Herausgeber von Zeitschriften etc. gezwungen, einer Organisation beizutreten und deren Geschäftsgebaren ebenfalls zu dulden. Wer sich diesem Prozedere widersetzt, darf das IVW-Siegel nicht tragen. Das ist gleichzusetzen mit einer Willkür sondergleichen. Je mehr Verlage dieses Zeichen tragen, je mehr sind dann in der Lage, Verkaufszahlen, teilweise betrügerisch, da nicht gerechtfertigt, festzusetzen.

Anhand von Beispielen habe ich Ihnen dies bereits in meinem ersten Schreiben aufgeschlüsselt. In ihrer neuesten Quartalsveröffentlichung 4/2013 hat die IVW Zahlen für Publikums-Zeitschriften bekanntgegeben, die noch um einiges schlechter sind, als sie es in meiner Aufstellung waren. Noch viel schlechter, aber zu noch viel höheren Renditen. Die Schere des „Betrugs“, mittlerweile sagt man in Deutschland wohl schon „Abzockerei“ geht immer weiter auseinander. Nur die Pfründe der Verlage bleiben erhalten.

Die kleinen und weniger potenten Verlage werden ganz klar durch das „IVW-Kartell“ in schlimmster Form am Markt benachteiligt. Mir sind Namen bekannt, die liebend gerne aus der IVW austreten würden, aber mit Repressalien rechnen. IVW-Siegel-Entzug und dadurch eingeschränkte Werbung = eingeschränkter Verkauf und Rendite.
Ich verstehe nicht, dass dies kein Fall für ein Bundeskartellamt sein soll.
Sollte das aber von Ihnen nicht akzeptiert und einer Prüfung unterzogen werden, muss sich eine Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität damit beschäftigen.

Ich hoffe, auch im Hinblick auf mögliche weitere Zusammenschlüsse und Verkäufe bei den Printmedien, auf eine viel genauere Prüfung, gegebenenfalls auch einer Zurückweisung von Zusammenschlüssen und Verkäufen.

Dieser Brief wird auf meiner Webseite erscheinen, auch Ihre neuerliche Argumentation, denn der mündige Bürger hat ein Recht darauf zu erfahren, ob dieser „Superdeal“ auch wirklich sauber war. Im Moment sieht es mehr nach einem schnellen „Durchwinken“ aus.

Mit freundlichen Grüßen
Reiner Zablocki

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