Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast bei der Deutsche Börse AG in Frankfurt

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf einer Veranstaltung der Deutsche Börse AG zur Zukunft des Finanzstandortes Deutschland in
Europa am 4. September 2018 in Frankfurt am Main.

Zahlreiche Finanzfachleute haben den Auftritt von der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Frankfurt erwartet.

Vor über 300 Finanzmanagern, darunter Deutsche Bank. Helaba, sprach die Kanzlerin am Dienstagabend an der Börse im Stadtzentrum über die Zukunft des Finanzplatzes Deutschland in
Europa.

Die Bundeskanzlerin sagt Frankfurt im Kampf um Geschäfte nach dem Brexit Unterstützung zu.

Doch ihr Auftritt in der Bankenmetropole überzeugt lange nicht alle.

Die Kanzlerin, die seit der Finanzkrise demonstrativ auf Distanz zur Geldbranche gegangen ist, tat sich damit sichtlich schwer. Sie sagte der Mainmetropole im Wettstreit um Geschäfte
nach dem Brexit zwar grundsätzlich ihre Unterstützung zu.
"Wir werden alles tun, um Hessen zu unterstützen, attraktive
Rahmenbedingungen am Finanzstandort Deutschland zu ermöglichen".
Bei vielen weiteren Themen wurde die Kanzlerin nicht konkret, enttäuschte damit viele der Finanzfachleute.

Im Rahmen der Brexit Verhandlungen will sich Merkel für einen
geordneten Austritt Großbritanniens aus der EU einsetzen. "Wir
wollen nicht, dass diese Verhandlungen scheitern. Wir können es
aber auch nicht vollkommen ausschließen", sagte Merkel. "Aber ich sage Ihnen zu: Wir werden mit aller Kraft und mit aller Kreativität an einem solchen Ergebnis arbeiten".

Zu ihrer Verhandlungstaktik hielt sich die Bundeskanzlerin bedeckt. Man müsse Dinge, die scheinbar nicht zusammengehören,
zusammendenken und auch Zweitrundeneffekte beachten. Und ganz wichtig: "Man kann jetzt auch nicht alle Tricks verraten".

Für Frankfurt hatte Merkel Lob und Tadel parat. Der Finanzplatz
sei attraktiv und im Wettbewerb mit anderen europäischen Städten um Geschäfte nach dem Brexit in einer guten Position, sagte Merkel. Aber auch andere Städte wie Mailand oder Madrid hätten sich gut entwickelt. Zudem müsse die deutsche Finanzbranche schneller und digitaler werden, forderte die Kanzlerin. "Nur mit den alten Fähigkeiten alleine wird es nicht
gehen".

Zudem ist Merkel der Ansicht, dass am Ende auch weiche Faktoren
den Ausschlag geben, wohin Londoner Banken ihre Arbeitsplätze verlagern.
"Ich freue mich zum Beispiel, dass Frankfurt auch interessante
Architektur hat", sagte Merkel . Und dann gab sie ihrem Gastgeber Theodor Weimer, dem Chef der Deutschen Börse, noch eins mit. "So eine Alte Börse ist schön, aber eben nicht das einzige".


Info: Presse Börse

Alle Fotos: h.e.schiewer oestrichwinkel














Zurück zur normalen Version