City-Biathlon-Premiere Wiesbaden: Johannes Thingnes Boe und Marte Olsbu sind Gewinner

Am Samstag fand in Wiesbaden zum ersten Mal der City-Biathlon statt.
Die Premiere dieses Biathlon-Spektakel mitten durch die City verfolgten an der Straße und auf den Tribünen vor dem 50-Meter-Schießstand am Kurhaus rund 20.000 Zuschauer.
Das Starterfeld war gespickt mit Olympiasiegern, Weltmeister-und
Weltcup-Gewinnern. Am Ende standen die norwegischen Athleten Johannes Thinges Boe und Marte Olsbu ganz oben auf dem Treppchen.

Die Puste geht, der Puls rast, die Knie vibrieren und nun soll das Schwarze der Scheibe getroffen werden. Bei der Premiere des
City-Biathlons in Wiesbaden am 1. September 2018 war es für die
Weltelite der Biathleten nicht anders als beim Pendant im Winter,
nur eben ohne Schnee und deswegen auf Skirollern.
Und wo es für die Ski-Jäger normal durch Wald und Flur geht, hatten sie nun am 50-Meter Schießstand vor dem "Bowling Green" die prachtvolle Kulisse des Wiesbadener Kurhauses vor Augen. Am
Ende gab es einen norwegischen Doppelsieg von Johannes Thingnes
Boe und Marte Olsbu . Die glücklichen Sieger konnten sich gegen
eine beachtliche Konkurrenz durchsetzen, in der es von mehrfachen Olympiasiegern, Weltmeistern und Weltcupgewinnern nur so wimmelte.
Bei den acht Teilnehmern umfassenden Männerfeld nahmen alleine fünf Athleten teil, die bei den olympischen Winterspielen in
Pyeongchang im Februar Gold gewannen. Und bei den Damen ging neben der Einzel-Olympiasiegerin Hanna Öberg auch Kaisa Mäkäräinen ins Rennen, die Gesamt-Weltcupsiegerin der abgelaufenen Saison.

Johannes Thingnes Boe war im zurückliegenden Winter der härteste Konkurrent von Martin Fourcade. In Wiesbaden konnte der dreifache Weltmeister aus Norwegen seinen Rivalen aber hinter sich lassen. Der Franzose hatte 49,6 Sekunden Rückstand und kam auf den dritten Rang. "Ich bin mit meiner Leistung eigentlich zufrieden. Ich hatte Problem beim Liegendschießen, aber Stehen war es ok. Der Start war nicht gut, aber ich kam immer besser ins Rennen und konnte mich verbessern. Doch der Kampf gegen Johannes und Erik war deswegen sehr schwer, weil die beiden unheimlich schnell feuern", meinte der Franzose, der
fünf Mal Olympia-Gold, elf Weltmeistertitel und sieben Gesamt-
Weltcupsiege auf der Habenseite hat.
Vor dem zweiterfolgreichsten Biathleten der Geschichte schob sich der Thüringer Erik Lesser. Der Doppelweltmeister von Kontiolahti war mit seinem zweiten Platz sichtlich zufrieden: "
Das war hier nicht einfach. Bei so einer Geschwindigkeit, das macht man nicht alle Tage. Man hat keiner Erholung. Dazu die Anstrengung beim Schießen. Trotzdem hoffe ich, dass der Veranstalter mich im nächsten Jahr noch einmal anruft, damit ich wieder dabei sein kann", kündigte der zweifache Silber-Medaillen-Gewinner der olympischen Spiele von Sotschi sein Kommen bei einer zweiten Auflage an.
Der Erste der Qualifikation hieß Lukas Hofer. Im Rennen landete der Italiener dann au dem vierten Platz. Dahinter reite
sich mit Arnd Peiffer ein weiterer DSV-Athlet ein, der neben seinem Olympia-Gold im Sprint zudem noch eine Bronze-Medaille in der Staffel vorzuweisen hat. Der Schwede Frederik Lindström
holte sich in Pyeongchang eine goldene Staffel-Medaille.
Beim City-Biathlon kam er auf Rang sechs, vor dem Schweizer Benjamin Weger. Dominik Landertinger brachte von olympischen Spielen bisher zwei silberne und zwei bronzene Medaillen mit, doch für ihn war beim City-Biathlon nur die rote Laterne drin.
Mit 2:39.4 Minuten Rückstand rollte der Österreicher ins Ziel.

Ein Biathlon in der City, ohne dicke Jacke, Mütze und Handschuhe. Da scheint sich Marte Olsbu sichtlich wohlzufühlen.
Die Norwegerin konnte nicht nur die Qualifikation für sich entscheiden, auch im Finale fuhr die zweifache Silber-Medaillengewinnerin von Pyeongchang als Erste über die Ziellinie. Dahinter folgt ein Gespann des Deutschen Skiverbandes. Denise Herrmann sicherte sich mit einem Rückstand
von 2,9 Sekunden Position zwei. "Marte war schnell unterwegs, ich kam nie richtig in ihren Windschatten. Ich habe es versucht, aber dann gemerkt, dass es nicht reicht. Sie gewann auch in Pyeongchang nicht umsonst eine Silbermedaille im Sprint", erklärte Herrmann. Hinter ihr belegte Teamkollegin Vanessa Hinz den undankbaren dritten Platz. "Es war eine anspruchsvolle Strecke. Man muss immer arbeiten und dranbleiben", sagte 26-jährige Vanessa Hinz, die bislang drei
Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte. Auf Rang vier folgte die 35-jährige Mäkäräinen, die schon 23 Weltcup-Rennen und dreimal den Gesamt-Weltcup für sich verbuchen konnte. Dahinter reite sich die Schwedin Hanna Öberg ein. Und nach der Einzel-Olympiasiegerin von Pyeongchang überquerte die Ukrainerin Yulia Dzhima den Zielstrich. Elisa Gasparin aus der Schweiz und Fuyuko Tachizaki aus Japan fanden sich in der Endabrechnung auf den Plätzen sieben und acht.
Die Premiere ist gelungen. Wir hatten fantastisches Wetter und eine tolle Kulisse. Das, was wir tun konnten, das haben wir gut
hinbekommen. Für Schnee ist Wiesbaden nicht bekannt, aber alles andere können wir, auch Biathlon, wie sich heute gezeigt hat. Ich habe es sehr genossen und ich denke, die Zuschauer auch. Von daher: Wir freuen uns auf eine Wiederholung", sagte Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich.
Auch für die Fans war es eine tolle Sache, denn die Zeit des Wartens auf den Saisonbeginn wird auf attraktive Weise verkürzt.
Wir haben heute Spitzensport vom Feinsten erleben dürfen, den
die Zuschauer mit einer tollen Stimmung und einer super Unterstützung würdigten. Hier messen sich die besten Biathleten
in einer sympathisch, familiären Atmosphäre. Dabei huschen die
Stars des Winters noch keinen halben Meter an ihren Fans vorbei. Das macht unter anderem den Erfolg dieser Veranstaltung
aus", erklärt Ralf Niedermeier Und der Geschäftsführer der ausrichtenden n plus Sport GmbH weiß, wovon er spricht.
Seine Agentur hat schon den Vorläufer im saarländischen Püttlingen zehn Jahre lang erfolgreich veranstaltet. Die Stimmung bei der ersten Auflage des City-Biathlons war schon mal weltmeisterlich.


Info: presse n plus Sport GmbH

alle Fotos: h.e.schiewer Oestrich-winkel

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