CIVIS Medienpreis 2018 in Berlin: Forum, TV-Gala, Abend-Empfang Cafe Einstein

Europas bedeutendster Medienpreis für Integration wurde in einer
festlichen TV-Gala im Auswärtigen Amt am Donnerstag in Berlin verliehen.

Zwölf Programme im Bereich Film, Fernsehen, Radio und Internet sind mit dem Europäischen CIVIS Medienpreis ausgezeichnet worden.
Eine lobende Erwähnung für den Podcast Alyom ging an die Axel Springer Akademie Berlin. Am Wettbewerb beteiligten sich insgesamt 847 Programme aus 21 EU-Staaten und der Schweiz.

WDR-Intendant Tom Buhrow hat zum Auftakt des 21. WDR-Europaforums
im Auswärtigen Amt Berlin darauf hingewiesen, dass das Europa alter Prägung stark unter Druck stehe und man neue Denkansätze benötige. Es drohe ein Handelskrieg mit den USA, die ihrerseits
das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt hatten. Großbritannien
steige aus der EU aus, und das werde keine leichte Trennung, war
sich Burow sicher. Doch vor europäischer Verzweiflung - auch durch Entwicklungen in den Mitgliedstaaten - schütze etwa ein Emmanuel Macron. "Er ist ein Hoffnungsschimmer, und er zeigt, wir dürfen uns nicht entmutigen lassen", so der WDR-Intendant.
Dass Europa derart unter Druck stehe, habe mit vielen Faktoren
zu tun - möglicherweise auch mit den Medien. "Wir haben uns vielleicht ein paar Mal zu oft auf vermeintlich absurde bürokratische Regeln gestürzt, statt über die größeren Zusammenhänge zu berichten", Buhrow.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist optimistisch, dass man in Reformfragen der Europäischen Union und vor allem bei Fragen der Währungsunion eine zeitnahe Übereinkunft mit dem deutschen
Nachbarn Frankreich finden wird. "Wir werden aufeinander zugehen und Kompromisse finden", so die deutsche Regierungschefin im Rahmen des WDR Europaforums in Berlin. Sie hoffe, dass die offenen Fragen bis zum kommenden EU-Gipfel Ende
des Monats gelöst würden. Merkel machte deutlich, dass es innerhalb der EU ein Nachholbedürfnis bei Stabilität gebe. "Wir
müssen viel mehr tun bei der Konvergenz der Euro-Zone", war Merkel überzeugt.

Das funk-Format "Jäger & Sammler" wurde am Donnerstag, 7. Juni 2018 im Auswärtigen Amt in Berlin mit dem "Europäischen CIVIS
Online Medienpreis" ausgezeichnet (Sascha Quade, Tanik Tesfu, ,Nemi, El-Hassan, Salwa Houmsi, Laurin Buser).
In der Kategorie "Webvideo" setzte sich der Beitrag "Neue Rechte Welle" gegen die Konkurrenz durch. In dem Clip zeigen die Macher von "Jäger&Sammler" rhetorische Muster von Neonazis auf. Das investigative Format wird vom UFA LAB im Auftrag des ZDF für funk produziert. Unterstüzt wird das Team vom ZDF-Magazin "Frontal21".
In "Neue Rechte Welle" berichtet Journalistin Nemi El-Hassan vom Festival "Rock gegen Überfremdung". Bei dem Rechtsrockkonzert, das als politische Kundgebung angemeldet ist, treffen 6000 Rechte und Neonazis aus ganz Europa auf rund
3000 Einwohner der südthüringischen Kleinstadt Themar. Vor Ort
konfrontiert Nemi El-Hassan den Festival-Veranstalter. Der ehemalige NPD-Politiker betreibt unter anderem einen lukrativen
Onlinevertrieb für rechte Merchandising-Artikel.

Das funk-Format "Jäger & Sammler" geht gesellschaftlich relevanten Themen auf den Grund und scheut dabei die Konfrontation nicht. Gemeinsam mit der Redaktion recherchieren
die Hosts Hintergründe, treffen sich mit Experten und Betroffenen und bilden sich so eine fundierte Haltung zur jeweiligen Fragestellung. Vor der Kamera sind unter anderen die
Radiomoderatorin Salwa Houmsi, die Journalistin und Medizinerin
Nemi El-Hassan und der Gender-Blogger Tanik Tesfu im Einsatz.

Der "CIVIS Medienpreis" wurde 1987 auf Initiative der Ausländerbeauftragten der Bundesregierung, der Freudenberg Stiftung und ARD gegründet. Die Auszeichnung wird an Beiträge verliehen, die sich mit Migration, Integration und kulturelle
Vielfalt auseinandersetzen.

Info: Presse Civis Medienpreis

Alle Fotos: h.e.schiewer Oestrich-winkel hespress
agentur-presse*







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