



Aquila Capital, seit 2008 mit Agrarbeteiligungen u.a. an neuseeländischen Farmen am Markt, gibt in einer vierteiligen Serie einen Überblick über die aktuelle Marktentwicklung. Grundlage dafür ist der Report „Situation and Outlook for New Zealand Agriculture and Forestry“ , den das neuseeländische Ministerium für Agrar- und Forstwirtschaft im Juni 2011 veröffentlicht hat. Im ersten Teil wurde die aktuelle Gesamtsituation betrachtet. Der vorliegende zweite Teil analysiert die Milchwirtschaft: Aktuell wieder enorm hohe Marktpreise werfen die Frage nach deren Stabilität auf. In den folgenden zwei Texten werden die agrarwirtschaftlichen Bereiche Schafe & Wolle sowie Rinder & Fleisch beleuchtet.
Exportrückflüsse steigen
Grundsätzlich sind die Aussichten für den neuseeländischen Milchprodukte-Bereich positiv. International hohe Preise bei beständig wachsender Nachfrage – besonders aus Schwellenländern – schaffen eine stabile Basis. Als Weltmarktführer beim Export von Milchprodukten konnte Neuseeland das exportierte Volumen z.B. bei Vollmilchpulver von 2009 bis 2010 noch einmal um 16 % steigern; allein damit wurden 37 % der Exporterlöse Neuseelands erwirtschaftet.
Bis 2015 geht das Ministerium für Agrar- und Forstwirtschaft von einem anhaltenden Wachstumstrend aus. So erwartet es bis Ende Juni 2011 einen Exportrückfluss bei Milchprodukten in Höhe von 13 Mrd. Neuseeland-Dollar. Auch wird eine Produktionssteigerung bei Milch prognostiziert, was im Zusammenspiel mit den hohen Weltmarktpreisen in der Saison 2011/2012 den Rückfluss vermutlich um weitere 12 % steigern wird. Für die folgenden Jahre zeichnen sich Zuwächse der Exportrückflüsse von 6,9 % bis Ende Juni 2013 ab und auch danach werden die Einnahmen aus dem Export voraussichtlich sukzessiv steigen. Die Produktion von Milcherzeugnissen wird unter den angenommenen Wetterbedingungen und den seit 2008 beständig wachsenden Herdengrößen kontinuierlich weiter zulegen. Da in Neuseeland, anders als z.B. in der EU, ganzjährige Weidewirtschaft betrieben wird, geben Wettereinschätzungen wichtige Informationen über die zu erwartende Entwicklung der Weiden und damit der Futtermenge sowie -qualität, also letztlich der Milchproduktionsleistung. Da das Wetter der letzten Jahre deutliche Abweichungen vom statistischen 30-Jahres-Mittel für Neuseeland zeigte, wirkten sich die sehr guten Zuwächse bei der Anzahl von Kühen und Färsen nicht uneingeschränkt positiv aus: Die Milchleistung pro Kuh blieb aufgrund von Trockenphasen hinter den Erwartungen zurück.
Abbildung: MAF-Prognose für die Milch-Produktion (ausgedrückt in „Milk Solids“ = Trockenbestandteile der Milch)
Wirtschaftswachstum der Schwellenländer treibt Milchnachfrage
Die Zielmärkte für Milchprodukte liegen vermehrt im asiatischen Raum. Das Wirtschaftswachstum dort führt zu veränderten Konsumgewohnheiten und erhöhter Nachfrage nach proteinreicher Nahrung. So ist China inzwischen der größte Abnehmer neuseeländischer Milchprodukte und hat 2010 Algerien und Venezuela als Hauptimporteur von Milchpulver abgelöst. Da Länder wie Indien und China auch zukünftig weltweit die stärksten Wirtschaftswachstumszahlen aufweisen dürften (prognostizierte 9 % in China und 8 % in Indien), steigt auch deren Import von Milchprodukten weiter.
Für ein veredeltes Milcherzeugnis wie Butter ist beispielsweise Indien ein starker Absatzmarkt. Das Land steht bereits jetzt für 40 % des weltweiten Butterverbrauchs und sowohl seine Bevölkerung als auch deren Wohlstand wächst. Davon profitiert Neuseeland, das mit etwa 45 % Marktanteil am globalen Butterhandel einer der größten Exporteure weltweit ist. Bereits 2009 importierte Indien rund 22.716 t Butter – eine kräftige Steigerung, wenn man bedenkt, dass das Land in den drei Jahren zuvor nur durchschnittlich 3.500 t einführte. Zusätzlich realisiert Neuseelands Wirtschaft durch den stark gestiegenen Preis für Butter zusätzliche Gewinne. 2010 verdoppelte sich der Preis nahezu gegenüber dem Vorjahr. Diese Tendenz wird sich in absehbarer Zeit fortsetzen, da sich die Produktion bei anderen Exporteuren wie den USA und der EU nicht entsprechend der Nachfrage erhöhte. So sanken die Buttervorräte in den USA und der EU (Ende 2010) um 30 %. Da die meisten Erzeuger jetzt durch vergrößerte Herden auf die Marktanforderungen reagiert haben, zeichnet sich ab ca. 2012 eine Korrektur der Preise für Milchprodukte ab.
Fakten zum Fonds:
Fondsname: Aquila® AgrarINVEST IV
Währung: EUR
Mindestanlagesumme: 15.000 EUR
Fondsvolumen: ca. 15 Mio. EUR
Zeichnungsfrist: voraussichtlich 31.03.2012
Gesamtrückfluss (Prognose): rd. 168 % (davon rd. 145 % Auszahlungen und rd. 23 % anrechenbare Steuern) vor Abgeltungsteuer
Fondslaufzeit: 7,5 Jahre
Über Aquila Capital:
Aquila Capital ist ein führender bankenunabhängiger Spezialist für alternative und nicht-traditionelle Investments. Das Unternehmen spezialisiert sich auf die Strukturierung und das Management innovativer Investmentlösungen, die sich durch überdurchschnittliche, langfristige Renditechancen und eine geringe Korrelation zu traditionellen Anlageklassen auszeichnen. Mit über 60 Investmentspezialisten an sechs europäischen Standorten verwaltet Aquila Capital ein Vermögen von rd. 2,8 Mrd. Euro. Ein solides operationales Rückgrat und die Research-getriebene Unternehmenskultur ermöglichen Aquila, vielerorts als First Mover und Pionier bedeutender Entwicklungen (wie z.B. Absolute Return und Real Asset) aufzutreten.
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