Anne-Kathrin Bauer und Friedericke Godel stellen in ihrem neuen Buch „So kochen wir in Baden und Schwaben“ die Küche ihrer Heimat mit einem Augenzwinkern vor
Die Autorinnen Anne-Kathrin Bauer und Friedericke Godel – eine waschechte Schwäbin und eine Vollblut-Badnerin – präsentieren in ihrem Buch „So kochen wir in Baden und Schwaben“ nicht nur ihre ganz persönlichen Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat, sie erzählen auch mit einem Augenzwinkern kleine Anekdoten und Geschichten sowie typisch badische und schwäbische Weisheiten und lustige Begebenheiten rund ums Kochen, Essen und Trinken.
Auf humorvolle und heitere Weise gibt es viel Neues in der Küche der beiden Regionen zu entdecken. Und dies ist natürlich bei den Badnern und den Schwaben, die im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte nicht immer freundschaftlich miteinander verbunden waren, eine besonders brisante Angelegenheit. Man denke nur an Sprüche wie „Schwobe schaffe, Badner denke“ (Schwaben arbeiten, Badner denken) und Bezeichnungen wie „die Unsymbadischen“ für den mitunter nicht so sehr geliebten Nachbarn.
Besonderen Wert haben die Autorinnen bei der Rezeptauswahl auf einfache Gerichte für jeden Tag und die sogenannten „Arme-Leute-Essen“ gelegt, die sowohl in Baden als auch bei den ohnehin sparsamen Schwaben eine wichtige Rolle spielten und auch heute noch spielen. Und darunter sind auch solch abenteuerlich klingende Gerichte wie Ofenschlupfer, Bubenspitzle und Nonnenfürzle, die sich aber bei näherem Hinsehen und vor allem beim Ausprobieren als feine Köstlichkeiten entpuppen.
Ob Wengerter Kraut oder Schwarzwälder Schäufele, ob Schwäbische Dünnete oder Badischer Schweinspfeffer: Bei dieser „kulinarischen Liaison“ zwischen Baden und Schwaben findet bestimmt jeder sein Leibgericht!
Leseproben:
Auszug aus „Wie die Laugenbrezeln zu ihrer Form kamen“:
Nach der Legende könnte es sich in etwa so zugetragen haben:
...Doch der Fürst blickte noch genauso finster drein wie vorher.
Friedrich ließ sich nicht beirren: „Haben denn Eure Durchlaucht sonst noch einen Wunsch, den ich erfüllen kann?“
Eine Weile sagte der Fürst gar nichts, doch dann grinste er. „Backe mir ein Gebäck, durch das die Sonne dreimal scheint. Nur dann werde ich mir keinen anderen Hofbäcker suchen.“
„Sehr wohl“, antwortete Friedrich, obwohl er gar nichts verstanden hatte. Er verbeugte sich nochmals und verschwand rasch.
Zu Hause angekommen setzte sich Friedrich an den klapprigen Holztisch in seiner Backstube. Karl, sein Geselle, gesellte sich zu ihm.
„Nun, Meister“, fragte Karl verschmitzt, „warum schaut Ihr, als ob Euch die Mehlwürmer das Mehl gestohlen hätten?“
„Mach keine Späße, Karl. Es geht um meinen Stand als Hofbäcker.“
Und er erzählte Karl die ganze Geschichte.
„Ein Gebäck, durch das die Sonne dreimal scheint. Wenn ich nur wüsste, wie ich das anstellen soll!“, seufzte Friedrich schließlich...
Badner und Schwaben – Kochen und Essen mit Witz und Humor:
Sagt ein Schwein zum anderen Schwein:
„Dass die zu uns Sau sage, des isch mer völlig wurscht. Awer dass die aus uns Wurscht mache, des isch e große Sauerei!“
(Für Nicht-Badner:
Dass die zu uns „Sau“ sagen, ist mir völlig wurst (= egal). Aber dass die aus uns Wurst machen, das ist eine große Sauerei!)
Liabr a guats Stiggle Floisch als gar nix zom essa. (Schwäbische Weisheit)
(Für Nicht-Schwaben: Lieber ein gutes Stück Fleisch als gar nichts zu essen.)
Die Autorinnen:
Anne-Kathrin Bauer stammt aus einem kleinen Ort im Schwäbischen Wald. Die Liebe zum Kochen und Backen bekam sie von ihrer Mutter „in die Wiege gelegt“. Maßgeblich in ihren Kochgewohnheiten beeinflusst wurde Anne-Kathrin Bauer auch von ihrer Großmutter, die nach dem Krieg als Heimatvertriebene aus Ungarn ins Schwabenland gekommen war. Von ihr hat sie so manches gelernt, das der schwäbischen Küche eigentlich fremd ist.
Friedericke Godel stammt aus einem Dorf in der Nähe von Bruchsal in Baden und ist geprägt von den Kochgepflogenheiten und Gerichten ihrer Mutter. Diese war während des Krieges und in der Zeit danach gezwungen, aus wenig viel zu zaubern, und hat daher wiederum von ihrer eigenen Mutter vieles übernommen. Diese musste als arme Frau mit vielen Kindern in einem kleinen Dorf täglich versuchen, den Hunger von ihrer Familie fern zu halten.
Anne-Kathrin Bauer / Friedericke Godel
So kochen wir in Baden und Schwaben
Leckere und beliebte Rezepte, Anekdoten und Geschichten
hnb-verlag
132 Seiten, Softcover, Spiralbindung
ISBN 978-3-9813600-6-6
€ 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 27,50
Erhältlich in jeder Buchhandlung, beim Online-Buchhandel
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